Das tradierte Verständnis von Kultraum und Gemeinschaft befindet sich im Umbruch. Alternative Konzepte der Vergemeinschaftung schaffen neue auratische Architekturen und Räume, die häufig religiöse Referenzsysteme adaptieren: In Museen, Bibliotheken, Denkmalanlagen und Hochzeitskapellen etc. entstehen neue Orte der Gemeinschaft, deren Abgrenzung zum traditionellen Sakralraum oft unscharf ist…
»Wer bist du?« Diese Frage der Identitätsbildung ist eng an die Gesellschaft und ihre Schauplätze geknüpft. Die Architektur ist in diesem Prozess Spiegelbild und Bühne zugleich. Piotr Kuroczynski zeichnet die Rolle der Medien bei der Vermittlung und der mentalen Aneignung eines gebauten Raumes am Beispiel der Stadt Breslau nach. Die Vorstellung der medialen Stadtbildkonstruktionen nach 1…
Seit einigen Jahren scheinen nach den Prinzipien des »modernen Städtebaus« errichtete Häuser oder Wohnanlagen, die in London als öffentlich geförderter Nachkriegswohnungsbau entstanden sind, wieder in Mode zu kommen. Maren Harnack untersucht die Entwicklung von Wohnmaschinen aus dem sozialen Wohnungsbau. Sie geht ihrem Bedeutungswandel und den Gründen für eine mögliche Gentrifizierung…
Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg war eine gesellschaftliche Aufgabe. Neben Architekten wie Walter Gropius, Frank Lloyd Wright oder Hans Scharoun waren Akteure aus Politik (Josip Tito) und Wirtschaft (Adriano Olivetti), aus der Wissenschaft (Martin Heidegger, Henri Lefebvre), aus Verwaltung, Vereinen und Gemeinden sowie aus dem Presse- und dem Ausstellungswesen beteiligt – teils in …
Gebaute Umwelten – Zimmer, Gebäude, urbane Plätze – werden von uns jeden Tag bewusst und unterbewusst wahrgenommen und wirken auf uns ein. Können künstlerische Installationen dazu dienen, diese Wirkungsweise zu erforschen? Ist es auch philosophischen Ansätzen möglich, sich dieser Fragestellung zuzuwenden, ohne dabei vor empirischen Verfahrensweisen oder der Zusammenarbeit mit künstle…
Raum ist eine gesellschaftliche Ressource. Rainer W. Ernst zeigt: Die Qualität unserer Lebensräume wird einerseits durch unterschiedliche Eigenschaften bestimmt und andererseits durch demokratisierte Entscheidungsprozesse bilanziert und geprägt. Ihre Herkunft, Wirkung, Verfügbarkeit und Gestaltbarkeit zu begreifen und interessenspezifisch zu kombinieren und zu verorten, verlangt der Archit…
Selbstthematisierung und Selbstreflexion haben ihren klassischen Ort in Tagebuch, Memoiren und Brief. In der Moderne jedoch wird verstärkt das Haus als »Abdruck seines Bewohners« (Walter Benjamin) erkannt, was von einer neuen privilegierten Entäußerungsform des Ich in der Architektur zeugt. In diesem interdisziplinären Sammelband wird ein ebenso vielfältiges wie spannendes Bild davon en…
Städtische Leerräume sind zu einer Realität geworden, die sich längst nicht mehr auf Krisenregionen beschränkt: Es dominiert die Wahrnehmung urbaner Brachen als Missstand. In diesem Buch wird eine andere Perspektive eingenommen: Christine Dissmann wagt einen architekturtheoretisch geprägten Blick auf die städtische Leere und betrachtet diese nicht mit der Intention einer möglichst erfol…
Wie lässt sich Architektur in der intellektuellen Tradition Europas verorten? Gerrit Confurius geht den Elementen einer Geistesgeschichte der Architektur in ihren Varianten und Entwicklungen sowie bezüglich ihrer Verknüpfungen nach. Die Studie überschreitet die Grenzen der akademischen Disziplinen und widmet sich den Bausteinen zu einer philosophischen Grundlegung der Architektur, der Arch…
In a positive departure from modernism, the work of the art critic and urbanist Ludwig Hilberseimer offers schemata towards the design for the city itself: its mereological composition. The resonance of parts unfolds to an alternative of a purely contrasting equation of form and content. It reminds us, that when the ground (gr.: logos) of the city is defined by its parts (gr.: meros), its arch…